Mut und Ausdauer

Die Kirche ist ein Symbol für den Ehrgeiz, den Mut und die Ausdauer der Provinz Zeeland. Der Turm allerdings wurde niemals vollendet, und alle Kirchenschätze und Ornamente sind im Laufe der Zeit verloren gegangen. Was übrigblieb ist eine leere Kirche, erfüllt von Geschichten.

Lazarett und Arbeitshaus

Nach den Belagerungen durch die Engländer und die Franzosen verlor die Grote Kerk ihre Funktion als Gotteshaus. Sie diente als Kriegslazarett, Zwangsarbeitsstätte für Bettler, als Lagerhalle und bei Überschwemmungen auch als Notunterkunft für Vieh: einmal bei der Flutung im Zweiten Weltkrieg, einmal während der Sturmflut von 1953. Obwohl die Kirche schwer beschädigt wurde, versorgte sie die Einwohner der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg mit Trinkwasser – über das riesige Dach und eine alte Zisterne. Die Kirche diente Bewohnern und Besuchern als geräumige Markthalle, als Austragungsort für Fußballspiele – und der Pfarrersfrau zum heimlichen Fahrradfahren.

Rettung

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche von dem engagierten Denkmalschützer Victor de Stuers vor dem Abriss bewahrt. Der Politiker ernannte das Gebäude zum ersten Reichsdenkmal der Niederlande. Heute ist die Grote Kerk Veere Eigentum der Denkmalstiftung „Stichting Monumenten Bezit“ (Mitglied des Verbunds „Nationale Monumenten Organisatie“). In Zeeland werden auch die Kirchen „Oostkerk“ in Middelburg und „Sint Bavo“ in Aardenburg, der Turm „Sint Lievensmonstertoren“ in Zierikzee und die Schottischen Häuser in Veere von der Stichting Monumenten Bezit verwaltet. Die Kirche beherbergt eine speziell für sie geschaffene, auf ihrer Geschichte beruhende „Experience“ und bietet daneben Raum für Kunst, Kultur und neue Begegnungen.